Trendbrief April 2018

Tätigkeitsbericht 2018 DER MOBILITÄTSAKADEMIE DES TCS -
IHR COACH FÜR DIE VERKEHRSWENDE

November 2018

Bestehendes ausbauen – Neues entwickeln

Dr. Jörg Beckmann, Direktor der Mobilitätsakademie des TCS

Vor nun mehr zehn Jahren öffnete die Mobilitätsakademie AG als Tochter des TCS ihre Tore und lud im Juni 2008 erstmalig die Schweizer Verkehrsschaffenden zu einem kleinen aber feinen Eröffnungsanlass ins Verkehrshaus nach Luzern ein. Eine Dekade später ist die Mobilitätsakademie zu einem unternehmerisch erfolgreichen, politisch etablierten und über die Grenzen des Verkehrssektors und der Schweiz bekannten Think- und Do-Tank in Sachen neuer Mobilität geworden. Zu verdanken ist diese Erfolgsgeschichte einem Rezept mit wohl ausgewählten Zutaten: eine gesunde Mischung aus gedanklicher Freiheit und politischer Nähe zum TCS, angereichert mit einer soliden Produktpalette und einer breit abgestützten Finanzierungsstruktur sowie abgerundet mit einer Prise Innovationsgeist, Behauptungswille, Kommunikationsstärke und Tatkraft. Dank diesem ausgewogenen unternehmerischen Ratatouille schauen wir dann auch erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück – und ebenso optimistisch in die unmittelbare Zukunft der Mobilitätsakademie.

Meilensteine des aktuellen Jahres waren neben den drei Kongressen zur Elektromobilität, zum automatisierten Fahren und zur kollaborativen Mobilität natürlich die massive Expansionswelle von carvelo2go mit der „Eroberung“ der letzten noch nicht „carvelofizierten“ Grossstadt Genf und die Integration von carvelo2go in die TCS-App Einfach Mobil. Ebenso heraus stach die Lancierung von „ich bewege“, dem gemeinsamen Projekt von TCS und Mobilitätsakademie zur aktiven, reifen Mobilität und die Bekanntgabe der „Schweizer Mobilitätsarena“ als neue Grossveranstaltung und Dachmarke der bestehenden MOAK-Veranstaltungen E-Kongress, wocomoco und AUTOMATICAR.

Mit ihrer einwöchigen Mobilitätsarena schafft die Mobilitätsakademie 2019 ein neues Innovationsforum der Superlative und stellt damit sämtliche bisherigen Schweizer Verkehrskonferenzen grössenmässig in den Schatten. Neben der Entwicklung und Umsetzung dieses Grossvorhabens bleibt auch noch reichlich Zeit für zusätzliche Weiter- und Neuentwicklungen innerhalb der MOAK. Beispielsweise sollen 2019 erste Forschungs- und Beratungsaktivitäten im City-Logistikbereich ausgebaut werden und bis Ende 2019 das Geschäfts- und Betriebsmodell von carvelo2go auch über die Förderung von Engagement Migros hinaus langfristig auf ein solides Fundament gestellt werden.

Eine weitere willkommene Herausforderung für die MOAK wird es 2019 sein, in einem hochdynamischen Verkehrssektor, in dem allerorts über die Mobilität von morgen orakelt wird, bereits die Nischen für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung von übermorgen zu identifizieren.

carvelo2go

Rekordjahr für carvelo2go: Fast 12'000 Nutzer, mehr als 30'000 Mieten

2018 erlebte carvelo2go eine erneute Expansionswelle: Das Angebot konnte in weiteren zwölf Städten und etlichen Gemeinden lanciert werden. Nachdem carvelo2go bereits im 2016/2017 in den grossen Deutschschweizer Städten erfolgreich in Betrieb genommen wurde, lag 2018 der Fokus auf kleinen und mittelgrossen Städten in der Deutsch- und Westschweiz. Zudem fasste carvelo2go mit Bellinzona auch im Tessin Fuss, wo ein Netz von fünf Standorten umgesetzt wurde. Der Höhepunkt der diesjährigen carvelo2go-Lancierungen bildete der Markteintritt in Genf und Carouge mit einem Netz von 20 Standorten.

Die Investitionen für die Beschaffung von neuen Carvelos wurden durch Sponsoring-Verträge mit privaten Partnern gedeckt, wobei rund 70% der neuen Carvelos auf das Konto der nationalen Partnerschaften mit dem TCS und der Schweizerischen Post gehen.

Partnerschaften und Projekte

2018 sind zahlreiche Partnerschaften aufgegleist oder erneuert worden (etwa Minergie und IWB). Auch viele TCS-Sektionen engagieren sich vor Ort und beteiligen sich als Sponsoren am Ausbau des Angebots. Zudem können seit August die ersten Lastenvelos auf drei TCS-Campingplätzen bezogen werden (Gampelen, Solothurn, Sempach). Mitarbeiter der Post profitieren von einem 20%-Rabatt, TCS-Mitglieder seit April 2018 von 50% Rabatt auf die Miete eines Carvelos. Im Juli lancierte die Fachstelle Mobilitätsberatung der Stadt Bern die zweite Ausgabe des Projekts «Mir sattlä um!» - Cargo-Bikes im Berner Wirt-schaftsverkehr- für welches die Mobilitätsakademie die Begleitforschung übernahm.

Das seit Anfang 2017 laufende Projekt „carvelo2go für Gemeinden“, ein vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) finanziertes und vom Schweizerischen Gemeindeverband (SGV) mitgetragenes Projekt, läuft Ende 2018 aus. Rund 20 kleine und mittlere Gemeinden konnten alleine in diesem Jahr ins carvelo2go-Standortnetz eingebunden werden. Für die Gemeindevertreterinnen und -vertreter wurde Ende Januar ein Workshop in Zürich durchgeführt. Verschiedene Kommunikations- und Bewerbungsmittel wurden identifiziert, die mit dem carvelo2go-Team gespiegelt und auf eine einfache und kostengünstige Realisierbarkeit überprüft wurden. Daraus resultierten diverse, national umsetzbare Massnahmen, die allen carvelo2go-Gemeinde zugutekommen.

Events

Mit dem Ziel, möglichst vielen Lastenrad-Interessierten eine erste Probefahrt zu ermöglichen und so für carvelo2go zu werben, hat die Mobilitätsakademie eigene Aktivitäten angeboten, so etwa am „Hallo Velo!“-Festival in Bern mit einem Carvelo-Corso (Rundfahrt mit 30 Lastenvelos), einer Carvelo-Challenge (Rennen mit 15 Teilnehmern) und einem Carvelo-Parcours. Ebenso hat die Mobilitätsakademie in Zusammenarbeit mit dem TCS oder lokalen Partnern an zahlreichen Events teilgenommen, wie der Mobilitätswoche Basel oder der Freizeitmesse Zürich und Bern. Überdies wurden den Teilnehmenden von Anlässen, wie dem Mobilitätstag Langenthal, Salon du Vélo, Autovision Thun und weiteren gratis Carvelos zur Verfügung gestellt. Im Rahmen ihres 20-Jahre-Jubiläums hat Minergie in fünf Städten eine Glacé-Verteilaktion mit einem Cargo-Bike durchgeführt. Die „Bliib Cool-Aktion“ sorgte für beste Werbung und viel gute Laune bei Hunderten von Passanten.

Ebenso hat die MOAK für diverse Anlässe gratis ein Carvelo für Logistik-Einsätze zur Verfügung gestellt und damit als Partner Visibilität an den jeweiligen Events gewonnen. Ferner hat die Mobilitätsakademie mit carvelo2go mit diversen Festivals, etwa Zermatt Unplugged, dem Kurzfilmfestival Shnit, den Winterthurer Musikfestwochen, dem Traillove Zermatt, der EKZ CrossTour und der Kulinata in Bern zusammengearbeitet.

Nutzerbefragung

Im Oktober führte die MOAK eine Umfrage bei ihren über 10‘000 carvelo2go-Nutzerinnen und Nutzern durch, um Informationen über die Nutzung des Velos und die Zufriedenheit der Nutzer zu sammeln. Der zweisprachige Online-Fragebogen wurde an über 10‘000 Personen versandt, rund 1‘000 haben diesen komplett ausgefüllt. Die grosse Mehrheit der Befragten zeichnet ein sehr positives Gesamtbild. Die Auswertung gab wertvolle Hinweise zur Weiterentwicklung des Angebots. Zeitgleich wurde eine Umfrage bei den Hosts durchgeführt, um die Zufriedenheit mit dem Service von carvel2go zu messen. Die Auswertung gab ein ähnlich positives Bild ab. In einigen Punkten besteht jedoch noch Bedarf zur Optimierung, etwa in der regelmässigen Information der Hosts über Neuerungen, Promotionen und Projekte.

Kommunikation und IT

Die Lancierungen in den diversen Städten und Gemeinden hat jeweils ein gutes Medienecho ausgelöst, mit rund 100 Printartikeln, diversen TV-Beiträgen (u.a. SRF und RTS) sowie Newseinträgen auf Websites. Ebenso wurden mehrere Artikel in Mitarbeiterzeitungen publiziert (Personalzeitung Post, Touring, Migros Magazin). Auf Facebook hat carvelo2go eine Community von über 850 Followern (Stand Oktober), die sich an aktuellen Diskussionen beteiligen, die Posts lesen, kommentieren und weiterverbreiten. Seit September 2018 ist carvelo2go in den sozialen Medien auch auf Instagram und Linkedin unterwegs.

Neben dem eigenen Newsletter, den Newseinträgen auf der Website und dem zunehmend wichtigen „Direct Mailing“ an die Nutzenden konnte carvelo2go verschiedene Informationskanäle der Mobilitätsakademie und ihrer nationalen Partner nutzen, um die unterschiedlichen Zielgruppen auf das Angebot aufmerksam zu machen.

Die Kommunikationsunterlagen (Flyer, allgemeine Infoblätter, Factsheets) wurden vereinheitlicht. Die Website carvelo.ch wurde grafisch komplett überarbeitet. Ab Oktober 2018 können die Carvelos zudem direkt über die TCS-App „Einfach mobil“ gebucht werden. Die Integration des carvelo2go-Dienstes basiert auf Webviews, die direkt in der TCS-App geladen werden und die gesamte User-Story abbilden, so dass „Einfach mobil“-Kunden ohne weitere Registrierung das Angebot nutzen können.

Hotline

Die Expansion auf weitere Ortschaften hatte auch Auswirkungen auf den Kundendienst, da neu vermehrt Nutzer aus der Romandie und dem Tessin zu betreuen sind. In Zusammenarbeit mit den Service- und Wartungspartnern ist die Hotline sehr zentral für eine hohe Servicequalität. Aufgrund der stetigen Rückmeldungen und Anfragen an die Hotline kann konstatiert werden, dass carvelo2go eine breite Öffentlichkeit erreicht und die Resonanz bei den Nutzern mehrheitlich positiv ist.

Ausblick 2019

Nächstes Jahr wird die Mobilitätsakademie mit carvelo2go neue Städte erschliessen (u.a. im Tessin und Wallis), das Angebot in bestehenden Netzen verdichten sowie Teile der Flotte erneuern. Zudem wird der Fokus auf der Entwicklung von neuen Produkten für Unternehmen und Organisationen sowie der Optimierung der Betriebsprozesse liegen.

Das Projekt "ich bewege"

Mit dem TCS reife Mobilität verstehen und gestalten

Die Mobilitätsakademie hat im Auftrag des TCS im Januar 2018 das Projekt „ich bewege“ lanciert, ein Projekt zur reifen, aktiven Mobilität. „ich bewege“ hat zum Ziel, die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen in der zweiten Lebenshälfte zu beleuchten, zu untersuchen und daraus neue Mobilitätsdienstleistungen abzu-leiten.

Arbeitspakete im 2018

Das Gesamtprojekt gliedert sich in drei Arbeitspakete – das Experimentelle Zentrum, innerhalb dessen neue Dienstleistungen für ältere Menschen im Rahmen von Experimenten erprobt werden, die Activity Route, wo Erlebnisdes-tinationen zum Ausprobieren und Testen neuer Angebote und Fahrzeuge im Bereich der aktiven Mobilität entstehen werden und den Active Life Blog, einen klassischen Blog von Menschen ab 50+ für Menschen ab 50+ – und läuft über eine Zeitspanne von drei Jahren. In 2018 lag das Augenmerk in der ersten Projektphase auf der Erarbeitung und Gestaltung des Auftritts und der Website, auf der Konzeption und Produktion von Kommunikationsmitteln und dem Gewin-nen von Projektpartnern. Ebenfalls wurden im ersten Halbjahr die ersten Experimente für das experimentelle Zentrum, namentlich „wheels2go“ und die „TCS Pedaleure“, ausgearbeitet und weitere Experimente für 2019 vorbereitet.

Die Kommunikation zum Projekt erfolgte in erster Linie über den touring und die Ausgabe des touring der Sektion Bern, später über die Website und den Newsletter des Portals „50plus“ sowie über die social media-Kanäle des TCS. Dem Aufruf, sich am Projekt zu beteiligen, sind zahlreiche TCS-Mitglieder gefolgt und haben sich für die verschiedenen Arbeitspakete interessiert. So konnten zur Veröffentlichung der Website bereits erste Blogs von aktiven Mitgliedern publiziert werden und einige Mitglieder als Interessenten für eine Mitarbeit an der Activity Route vorgemerkt werden.

Die TCS Pedaleure

Die Idee des Experiments der TCS Pedaleure ist es, dass sich aktive Senioren aus den Reihen der TCS-Mitglieder zur Verfügung stellen, um bei Seniorenhaushalten mit einem elektrischen Cargo-Bike Recyclingmaterial abzuholen und dieses in den nächstgelegenen Entsorgungshof zu bringen. Die TCS Pedaleure sind in einem ersten Schritt in der Stadt Bern und der direkt umliegenden Agglomeration unterwegs. Der Zeitaufwand dafür wird auf ungefähr vier Stunden an jeweils einem Nachmittag geschätzt. Die Ausschreibung für das Experiment der TCS Pedaleure erfolgte über den touring und über eine gezielte Flyeraktion im Rahmen des „Hallo Velo!“-Festivals in Bern. Auf diesen ersten Aufruf haben sich 18 Personen gemeldet, die gerne als TCS Pedaleur unterwegs sein möchten. Alle Interessierten wurden persönlich kontaktiert und eingeladen, an einem Fahrtraining teilzunehmen, welches in Zusammenarbeit mit der TCS Sektion Bern und zwei Verkehrsinstruktoren der Kantonspolizei Bern am 1. September 2018 in Ittigen organisiert und durchgeführt wurde. An diesem Training wurden acht Pedaleure auf ihre Aufgabe vorbereitet und haben den Umgang mit den projekteigenen zwei eCargo-Bikes gelernt. Die Rückmeldungen zum Kurs waren allesamt positiv, ein Pedaleur hat sich nach dem Kurs entschieden, sich nicht zur Verfügung zu stellen, da er sich im Umgang mit einem eCargo-Bike im Strassenverkehr zu unsicher gefühlt hat. Die Bewerbung der Dienstleistung startete mit der Ausbildung der Pedaleure Anfang September, erneut über einen Beitrag im touring der Sektion Bern und im touring, über das Kompetenzzentrum Alter der Stadt Bern, über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex Bern und über persönliche Werbung durch die TCS Pedaleure. Die erste Ent-sorgungsfahrt fand Anfang Oktober statt, die Rückmeldung dazu war sehr positiv.

Ausblick 2019

Das zweite Projektjahr wird sich schwergewichtig der Ausarbeitung und Lancierung der Activity Route widmen. Ebenfalls werden für die laufende Bearbeitung und Weiterentwicklung der Website, die Konzeptionierung und Ausgestaltung weiterer Experimente, die Weiterführung der bestehenden Experimente und die persönliche Betreuung der interessierten Freiwilligen Ressourcen eingesetzt werden mit dem Ziel, im dritten Projektjahr 2020 zahlreiche Resultate aus vielfältigen Experimenten mitnehmen zu können.

Selbstfahrende Fahrzeuge

Grundlagenforschung und Netzwerkarbeit zur Automatisierung

Im April 2018 fand im Rahmen der SmartSuisse in Basel zum ersten Mal die AUTOMATICAR statt, die Schweizer Agora für eine automatisierte Mobilität. Höhepunkt der Tagung war die Lancierung der Charta AUTOMATICAR, welche im Vorfeld unter Federführung der MOAK entwickelt wurde und in Basel von rund einem Dutzend Unternehmen unterzeichnet wurde.

Über die Sommermonate wurde das vom TCS-Innovationsfond finanzierte Projekt SIMCar vorbereitet, welches die verkehrlichen Auswirkungen automati-sierter Mobilität untersucht. Im Herbst/Winter 2018 nutzen Probanden in Zürich über einen mehrwöchigen Zeitraum herkömmliche Taxen, die ihnen rund um die Uhr zur Verfügung gestellt werden. Damit sollen ein individuell buchbarer Fahrdienst mit selbstfahrenden Fahrzeugen simuliert und Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Nutzer erhoben werden.

wocomoco und cocomo: „keep on sharing“

Auch 2018 stand der MOAK-Herbst traditionell im Zeichen der kollaborativen Mobilität. Das College of Collaborative Mobility (cocomo), welches im Oktober in Bern stattfand, versammelte diesmal 17 Expertinnen und Experten aus der Mobilitätsbranche und sechs Studierende und Nachwuchskräfte, welche gemeinsam über die Verbindung von automatisierter und geteilter Mobilität diskutierten. Im Anschluss fand im November der World Collaborative Mobility Con-gress (wocomoco) in Rotterdam statt. Mit über 80 Rednern und insgesamt rund 200 Gästen war die 6. Durchführung von wocomoco erneut ein grosser Erfolg.

Schliesslich wurde die Website www.auto-mat.ch von Bundesamt für Strassen übernommen und wird jetzt durch die Mobilitätsakademie weitergeführt. Der TCS wird weiterhin als Partner erwähnt.

Ausblick 2019

Im ersten Halbjahr 2019 werden die Ergebnisse zum SIMCar Projekt ausgewer-tet und veröffentlicht. Darüber hinaus ist die Mobilitätsakademie eingebunden in ein Forschungsprojekt im Rahmen des ASTRA-Forschungsprogramms zu selbstfahrenden Fahrzeugen.

Elektromobilität

Politisch und unternehmerisch die Marktentwicklung beflügeln

Mit dem verstärkten operativen Einstieg des TCS in die Welt der Elektromobilität gewann 2018 auch das langjährige Engagement der Mobilitätsakademie für eine umfassende Elektrifizierung des MIV an Bedeutung. Bereits 2017 wurde die Mobilitätsakademie vom TCS beauftragt, ihn beim elektromobilen Markteintritt zu unterstützen. Nach den Sondierungsgesprächen und der Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen zur Auswahl von Kooperationspartnern konnte die Mobilitätsakademie dem TCS zudem weitere Unterstützung bei der konkreten Geschäftsmodellentwicklung und -umsetzung bieten.

8. Kongress Elektromobilität

Im Januar fand der 8. Schweizer Kongress Elektromobilität in Bern statt. Der Branchentreff stiess mit über 200 Teilnehmenden aus dem In- und Ausland erneut auf grosses Interesse. Nebst der Auto- und Ladeinfrastrukturbranche konnten verschiedene, in der Elektromobilität tätige Start-Ups die Bühne für die Vorstellung ihrer Aktivitäten nutzen. Ergänzt wurde die Veranstaltung mit eidgenös-sischen Parlamentariern und Vertretern der Exekutive sowie Experten und Expertinnen aus dem Gastland Niederlande.

Swiss eMobility

Die Mobilitätsakademie führt seit 2012 die Geschäfte des Verbandes Swiss eMobility mit dem TCS als Gründungsmitglied. Der Verband hat sich als politische Stimme, als Wissensvermittler und als DAS nationale Netzwerk der Elektromo-bilität bestens etabliert. Der Verband leistet dies u.a. mittels seiner verschiede-nen Veranstaltungsformate (z.B. dem eSalon), seiner Kommunikationskanäle (insbesondere Website und Twitter), zahlreicher Referate durch die Mitarbeiter der MOAK, der Führung des nationalen Resonanzgremiums der Elektromobilität („Plattform Ladenetz Schweiz“) oder anlässlich von Hearings in den parlamen-tarischen Kommissionen (wie bei der Totalrevision des CO2-Gesetzes) und an den Veranstaltungen der parlamentarischen Gruppe Elektromobilität – in enger Absprache mit den Verbandsmitgliedern, allen voran dem TCS. Ferner hat im Mai 2018 der Bund ein nationales Elektromobilitätsziel bekannt gegeben: Bis 2022 soll der Anteil der Steckerfahrzeuge bei den Neuzulassungen 15% betragen. Zur Zielerreichung wird derzeit eine neue „Roadmap zur Förderung der Elektromobilität“ erarbeitet. Die Roadmap des Bundes stützt sich auf die „Charta von Luzern“ aus dem Jahre 2010 und die „Road Map des Schweizer Forums Elektromobilität“, welche damals auf Initiative der Mobilitätsakademie entstand. Der Verband Swiss eMobility begleitet diesen Prozess intensiv.

Verbandswachstum

Swiss eMobility ist 2018 weiter gewachsen und zählt mittlerweile 42 Unternehmen und rund 300 Privatpersonen zu seinen Mitgliedern. Dem Vorstand sind 2018 u.a. beigetreten NR Matthias Jauslin (anstelle von Thierry Burkart) und Morten Hannesbo, CEO der AMAG Group AG.

Mit „charge4work“ den Arbeits- zum Ladeplatz machen

Im Rahmen der neuen Strategie von Swiss eMobility wurde Ende 2018 ein neues Leuchtturmprojekt des Verbandes ins Leben gerufen. Mit charge4work sollen Unternehmen in der Schweiz elektromobilitätsfähig gemacht werden. Durch die Installation von Ladestationen ermöglichen Unternehmen einerseits ihren Arbeitnehmern das Laden am Arbeitsplatz. Andererseits legen sie damit die Grundlagen zur Elektrifizierung der eigenen Betriebsflotte und bieten weiterhin ihren Kunden und Besuchern die Möglichkeit zum Laden. Seit September unterstützt deshalb Luc Tschumper als Projektverantwortlicher charge4work die Mobilitätsakademie. Das Projekt dauert bis 2020 und wird vom Bundesamt für Energie mitfinanziert

Die Schweizer Mobilitätsarena

Neues Innovationsforum - grösste Verkehrskonferenz der Schweiz

Die Mobilitätsakademie schafft 2019 mit der Schweizer Mobilitätsarena einen neuen internationalen Innovationsraum entlang der Transformationspfade der Mobilität im 21. Jahrhundert. Vom 16. bis zum 20. September 2019, zeitgleich mit der European Mobility Week, treffen sich wissenschaftliche Querdenker, politische Weitseher und unternehmerische Pioniere aus dem Verkehrssektor erstmalig an der BernExpo und gestalten Gegenwart und Zukunft der Mobilität im 21. Jahrhundert.

Die vielfältige Themenwelt der Schweizer Mobilitätsarena ruht dabei auf den drei etablierten Kongressen der Mobilitätsakademie: dem seit 2011 jährlich stattfindenden Schweizer Kongress Elektromobilität, dem 2013 lancierten World Collaborative Mobility Congress (wocomoco) und der 2018 erstmalig durchgeführten Schweizer Agora für eine automatisierte Mobilität (AUTOMATICAR). Diese erfolgreichen Fachkongresse finden nun ein neues Zuhause unter dem Dach der Schweizer Mobilitätsarena.

Zu grossen Teilen ermöglicht wird die Schweizer Mobilitätsarena dank der Unterstützung des Schweizer Kongresses Elektromobilität und des World Collaborative Mobility Congress durch das Programm EnergieSchweiz des Bundesamts für Energie BFE sowie der AUTOMATICAR durch das Bundesamt für Strassen ASTRA. Weiterhin wird die Mobilitätsarena 2019 unterstützt durch das Förderprogramm "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz" der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern. Als weitere Partner dürfen wir bereits jetzt Energie360°, die SBB, die Schweizerische Post, die Stadt Bern, Repower und MOVE begrüssen. Mit weiteren Unternehmen, Verbänden und Stiftungen werden derzeit Partnerschaftsgespräche geführt.

 
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