FAMOSA - Fantastic Mobility Salon 

Als Erweiterung der Veranstaltungsreihe "Shared Mobility Salon" SAMOSA organisiert die Mobilitätsakademie mehrmals jährlich ein neues Format mit spannenden Themen und Inhalten aus der neuen Mobilitätswelt - den FAMOSA - Fantastic Mobility Salon. 

Die zweite Ausgabe fand am 10. Dezember 2025 statt, unser Gast war Stephan Obwegeser, Leiter Mikromobilität beim TCS. Seine Präsentation trug den Titel "Inspiration & Learnings aus der Schweiz und China". 

Rückblick auf den zweiten FAMOSA

Zusammenfassende Punkte aus der Präsentation und der Diskussion

Zu Beginn einige Zahlen und Fakten zur Mikromobilität in der Schweiz: 

  • Mikromobilitätsfahrzeuge bezeichnet alle Fahrzeuge, die potentiell eine Autofahrt ersetzen können und die auf der Strasse oder auf dem Veloweg unterwegs sind. 
  • Der Velomarkt in der Schweiz erlebte einen Peak während Corona, nun gehen die Zahlen wieder zurück. Der Markt ist aktuell rückläufig, aber auf hohem Niveau. In der Schweiz werden jährlich ca. 150'000 E-Bikes verkauft, was 43 % des gesamten Marktes entspricht. Der Gesamtbestand in der Schweiz liegt bei ca. 5.2 Mio Velos, wovon 1.4 Mio E-Bikes sind. 
  • Der E-Scooter (E-Trottinette) Markt in der Schweiz zeigt ein leichtes Wachstum. Die Schäztungen liegen bei 80-100'000 verkauften E-Scootern pro Jahr. Da die meisten E-Scooter in der Schweiz unter CHF 500.-- verkauft werden, ist davon auszugehen, dass die Lebensdauer entsprechend limitiert und das Gesamtvolumen der in der Schweiz privat bewegten E-Scooter bei ca. 500'000 liegt. 
  • Der Zweiradmarkt (Fahrzeuge mit Nummernschild) stagniert bei ca. 48'000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr. Der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge liegt deutlich unter denen von Autos und ist gar rückläufig. 
  • Leichte elektrische Fahrzeuge machen aktuell nur ca. 0.2% des gesamten motorisierten Fahrzeugbestandes in der Schweiz aus. 
  • In der Kategorie L6e/L7e werden 2025 ca. 1200 Fahrzeuge verkauft werden. Davon sind ca. 400 elektrisch. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass es ausser der Möglichkeit einer Wechselnummer mit einem Motorrad und minimal günstigere Versicherungsprämien keine Vorteile gegenüber "regulären Autos" gibt. 
  • Vergleicht man diese Situation mit China, Japan oder der EU, gibt es dort sehr viele Vorteile: die Limitierung der Zulassung anderer Fahrzeuge, die Nachweispflicht eines Parkplatzes, Befahren von Sperrzonen für Autos, kostenloses Parkieren oder auch finanzielle Anreize für Hersteller solcher Fahrzeuge. 
  • Für die Kategorie der 25 km/h Roller gibt es keine offizielle Zahlen. Das Potential ist gross: Kurierfahrer, Menschen ohne Führerschein, KMUs im Primär und Sekundärsektor. 
  • Im Bereich der Seniorenmobile gibt es ebenfalls keine offiziellen Zahlen, der Verkauf erfolgt – ausser bei der Landi mit einer Auswahl an verschiedenen Modellen in den Läden – nur über Spezialisten. 
  • Im Bereich Sharing wächst die Mikromobilität in allen Kennzahlen: Anzahl Fahrzeuge, Nutzungen, Nutzende und Fahrleistung in km.

Blick nach China

China ist mit der App «WeChat» maximal digitalisiert. Auffallend ist der hohe Elektrifizierungsgrad in den Städten. Das gilt sowohl für Autos und insbesondere für die überall präsenten E-Roller. Für diese stehen überall Lademöglichkeiten zur Verfügung. Die Abrechnung funktioniert auch über WeChat. Faszinierend und bei uns kaum thematisiert ist die Ruhe in den Städten, da es dank der Elektromobilität ausser dem Abrollgeräusch keine Lärmemissionen gibt. Die Elektroroller haben in China die Velos abgelöst, man sieht nur noch einige wenige Sharing-Velos, aber kaum mehr Velos im Privatbesitz. Auf die Schweiz übertragen ist es wichtig zu sagen, dass die Verkehrskonzepte aus China vor allem bezüglich Elektrifizierung ganz klar solche sind, die wir übernehmen möchten. Zum Beispiel auch bezüglich Lieferfahrten: in der Schweiz geht der Weg insbesondere bei Delivery Diensten weg von Flotten hin zu Lieferfahrzeugen im Privatbesitz. Die Erfahrung zeigt, dass Kurierfahrer bei der Beschaffung eines privaten Fahrzeuges auf Verbrenner zurückwechseln, wenn die Ladeinfrastruktur fehlt. Kollektivfahrzeuge – wie bei uns Tram und Bus – sieht man in China in den Städten kaum. Hervorragend ausgebaut ist das Zugnetz für längere Strecken und Stadt-zu-Stadt-Verbindungen. Und eTrottis, wie sie bei uns in den Städten für die erste und letzte Meile oft genutzt werden, sind in China überhaupt nicht verbreitet. Sie werden dort zwar produziert, aber nicht genutzt, dies vermutlich auch aufgrund der Distanzen und des Nutzungszwecks. Zudem ist es in China so, dass die Finanzkraft über die Fahrzeugwahl entscheidet: Wer kann, kauft sich ein Auto, wer sich kein Auto leisten kann, weicht auf einen E-Roller aus.

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